Manchmal sitze ich einfach da und staune. Dass ich hier bin. Wie unfassbar, wie krass, was für ein Glück. Ich darf hier sein, darf lernen, sehen, leben, diese Kulturenvielfalt erleben.
So auch hier in Tabgha am See Genezareth. Ich bin umgeben von geliebten Geräuschen: Der Wind streicht durch die Bäume, grüne Papageien zwitschern vor sich hin, ein Bach plätschert. Und es gibt echtes Gras. Nicht so Fakerasen, den es überall in Jerusalem gibt. Dass es grün wirkt. Aber es ist eben nicht dieses lebendige Grün. Echtes, lebendiges Gras, über das ich morgens barfuss laufen kann.
Hier merke ich, wie wichtig mir die Natur ist. Die Ruhe glättet die Wellen in meinem Herzen, beruhigt meinen Sturm an Gedanken. Ich kann förmlich spüren, wie sich alles in mir in Gegenwart von so vielen Bäumen, Vögeln und einem Bach entspannt. In Gegenwart von Natur. Jerusalem ist wunderbar, spannend, es passiert immer was. Und Jerusalem ist eine Falle für mich, wo ich doch so schlecht nein sagen kann zu all den Möglichkeiten. Ereignisse flüster mir verlockende Versprechen ins Ohr, reden von Erlebnissen, von Vielfalt, von lernen und farben. So schwierig, da nur sich selbst zu hören, die eigenen Gedanken, die eigenen Gefühle. Die eigenen Erlebnisse. Hier lockt die Natur, sie lockt mich tief in mich hinein, lässt mich denken und fühlen.
Ich vermisse es, im Wald spazieren zu gehen. Ich vermisse den frischen Wind, der nur nach Natur riecht. Ich vermisse es einfach, der Natur nahe zu sein.

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